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Wie wählt man Reinigungsroboter für sehr große Gebäude aus? Ein Leitfaden für Facility Manager

September 30, 2026

Flughafenterminals, Logistikzentren, Einkaufszentren und Produktionsstandorte haben eines gemeinsam: Sie bestehen nicht aus einer Fläche, sondern aus mehreren Flächentypen mit jeweils eigenen Anforderungen.

Die Eingangshalle ist offen und stark frequentiert. Die Lagerbereiche sind weitläufig, zeitweise aber mit Paletten belegt. Die Verwaltungsetagen sind kleinteilig und teilweise mit Teppich ausgelegt. Die Tiefgarage ist dauerhaft schwach beleuchtet.

Dass große Objekte mit mehreren Maschinen bedient werden, ist in der Branche Konsens. Weniger eindeutig ist in der Regel, nach welchen Merkmalen die Flächen aufgeteilt werden – und genau diese Aufteilung entscheidet darüber, ob die geplante Abdeckung im Betrieb erreicht wird.

Dieser Leitfaden beschreibt die Merkmale, nach denen sich Zonen abgrenzen lassen, ordnet den Gausium-Modellen die jeweiligen Zonen zu und benennt die Punkte, die in großen Objekten über den tatsächlichen Abdeckungsgrad entscheiden.

Warum die Gesamtfläche als Planungsgröße nicht trägt

Die naheliegende Rechnung – Gesamtfläche geteilt durch Flächenleistung – führt in großen Objekten zu einem Wert, der im Betrieb nicht standhält. Dafür gibt es drei Gründe.

Die Flächentypen unterscheiden sich stärker als in kleinen Objekten. Was in einem Bürogebäude eine Teppich- und eine Hartbodenfläche ist, sind in einem Terminal fünf oder sechs Bereiche mit eigenen Belägen, Frequenzen und Zeitfenstern.

Die Zeitfenster laufen nicht synchron. Verkaufsflächen werden nach Ladenschluss gereinigt, Lagerbereiche im Schichtwechsel, Verwaltungsetagen nach Feierabend, Verkehrsflächen in der Nacht. Eine Maschine, die alle Bereiche bedienen soll, muss zwischen den Fenstern umgesetzt werden.

Die Versorgungsinfrastruktur ist ortsgebunden. Stationen stehen dort, wo Strom und – im Nassbetrieb – Wasser vorhanden sind. Das begrenzt den Aktionsradius jeder Maschine unabhängig von ihrer Laufzeit.

Die Zone ist deshalb die tragfähigere Planungsgröße als die Gesamtfläche.

Vier Merkmale grenzen eine Zone ab

Eine Zone ist ein zusammenhängender Bereich, in dem dieselbe Maschine mit derselben Konfiguration im selben Zeitfenster arbeiten kann. Vier Merkmale bestimmen den Zuschnitt.

Bodenbelag und Verschmutzungsart

Der erste Schnitt verläuft entlang der Belagsarten. Teppich wird ausschließlich gesaugt, Hartboden je nach Verschmutzung gekehrt, trocken gewischt oder nass gereinigt.

Innerhalb der Hartbodenflächen ist weiter zu unterscheiden zwischen Flächen mit trockenem Grobeintrag, Flächen mit anhaftendem Film und Flächen mit beidem. Diese Unterscheidung behandelt der Beitrag zu stark verschmutzten Industrieböden im Detail.

Struktur und Durchfahrbarkeit

Der zweite Schnitt verläuft zwischen offenen Flächen und strukturierten Bereichen.

Offene Hallen und Verkehrsflächen erlauben lange durchgehende Bahnen. Regalgänge, Verwaltungsetagen und Verkaufsflächen mit Aktionsaufstellern verlangen schmale Bauformen und häufiges Wenden. Die engste Durchfahrtsstelle im jeweiligen Bereich bestimmt, welche Maschinenklasse überhaupt infrage kommt.

Frequenz und Zeitfenster

Der dritte Schnitt verläuft entlang der Belegung.

Bereiche mit durchgehendem Personenverkehr erfordern Maschinen, die im laufenden Betrieb arbeiten können. Bereiche, die nachts frei sind, lassen längere ununterbrochene Einsätze zu. Die Länge des verfügbaren Fensters bestimmt zusätzlich, ob eine Ladestation genügt oder eine Versorgung mit Wasserwechsel erforderlich ist.

Umgebungsbedingungen

Der vierte Schnitt betrifft Licht, Funkabdeckung und Mischverkehr.

Tiefgaragen und fensterlose Lagerbereiche sind dauerhaft schwach beleuchtet. Untergeschosse und Hallenmitten haben die schwächste Funkabdeckung. In Logistikbereichen teilen sich Stapler, Flurförderzeuge und Personen dieselbe Fläche. Diese Bedingungen behandelt der Beitrag zu dunklen Umgebungen und Nachteinsatz.

Typische Zonen und ihre Zuordnung

Zone

Merkmale

Passendes Modell

Eingangshallen, Terminals, Verkehrsflächen

Offen, stark frequentiert, wechselnde Lichtverhältnisse, durchgehender Personenverkehr

Omnie – ausgelegt für Umgebungen mit hoher Dynamik, 360°-Wahrnehmung für gemischten Verkehr

Lager- und Produktionsflächen

Weitläufig, Mischverschmutzung aus trockenem Grobschmutz und anhaftendem Film, Staplerverkehr

Marvel – Kehren und Schrubben in einem Durchgang, großvolumige Tanks für lange Einsätze

Lagerbereiche mit trockenem Grobeintrag

Folienreste, Kartonagen, Späne, Staub; teilweise Außenbereiche

Beetle – Kehrmaschine mit Staubkontrolle, innen und außen einsetzbar

Verkaufsflächen und Regalgänge

Schmale Gänge, häufig wechselnde Warenpräsentation, kurzes Zeitfenster nach Ladenschluss

Mira – 660 mm Durchfahrtsbreite, Anpassung an Layoutänderungen ohne Neukartierung

Verwaltungsetagen und Nebenbereiche

Kleinteilig, dichte Möblierung, gemischte Bodenbeläge

Phantas – kompakte Bauweise, vier Reinigungsmodi, Randreinigung

Teppichflächen in Büro- und Aufenthaltsbereichen

Hoch- und niederfloriger Teppich, Einsatz teilweise am Tag

Vacuum 40 – drei Teppichstufen, HEPA-Filter

Tiefgaragen

Dauerhaft schwach beleuchtet, staubbelastet, wechselnde Belegung durch Fahrzeuge

Marvel oder Beetle, je nach Verschmutzungsart

Die Zuordnung ist ein Ausgangspunkt. Maßgeblich bleibt die Messung vor Ort, insbesondere der engsten Durchfahrtsstelle und der Belagsarten je Bereich. Anwendungsbeispiele nach Branche finden sich unter Logistik und Lagerhaltung, öffentlicher Verkehr und Einzelhandel.

Wie wählt man Reinigungsroboter für sehr große Gebäude aus? Ein Leitfaden für Facility Manager

Versorgung über mehrere Zonen

In großen Objekten ist die Versorgungsinfrastruktur der Punkt, der die Planung am häufigsten verzögert.

Die Stationsposition bestimmt den Aktionsradius. Eine Maschine arbeitet in dem Bereich, den sie von ihrer Station aus erreicht. Liegen Station und Zone weit auseinander, geht ein Teil der Einsatzzeit für Anfahrt und Rückfahrt verloren.

Leitungsgebundene Stationen sind ortsgebunden. Eine Arbeitsstation benötigt Strom sowie Frischwasser- und Abwasseranschluss. In großen Objekten sind diese Anschlüsse vorhanden, aber selten dort, wo die Reinigungszonen liegen. Eine reine Ladestation benötigt nur Strom und lässt sich entsprechend freier platzieren.

Wo ein Leitungsanschluss nicht möglich ist, kommen ein mobiler Wassertank oder Modelle mit größeren Tankvolumina infrage. Welche Versorgungsstufe wann erforderlich ist, ordnet der Beitrag zur Auswahl gewerblicher Reinigungsroboter ein.

Die sinnvolle Reihenfolge lautet:

  1. Vorhandene Anschlusspunkte im Grundriss markieren
  2. Prüfen, welche Zonen von dort aus erreichbar sind
  3. Erst danach die Zuordnung von Maschinen zu Zonen abschließen

Etagenwechsel gehört in dieselbe Planung. Der Gausium Phantas kann Aufzüge autonom nutzen und damit Etagen selbstständig wechseln. Für die übrigen Modelle sind Karten je Ebene mit manuellem Umsetzen oder eine Maschine je Ebene die übliche Lösung. Ob eine Aufzugsanbindung im konkreten Objekt umsetzbar ist, hängt von der Schnittstelle der vorhandenen Aufzugsanlage ab und gehört in die Begehung.

Was sich über mehrere Zonen hinweg steuern lässt

Bei mehreren Maschinen über mehrere Zonen verlagert sich der Aufwand von der Bedienung zur Koordination.

Über die Gausium Cloudplattform stehen Betriebsdaten und Auswertungen zur Verfügung, Aufgaben lassen sich planen und Einsätze remote starten und beenden. Für Objekte mit mehreren Zonen bedeutet das, dass Einsatzplanung und Auswertung an einer Stelle zusammenlaufen statt je Maschine getrennt.

Zu beachten ist die Netzabhängigkeit: Diese Funktionen setzen eine Verbindung voraus, während Navigation und die Ausführung eingerichteter Aufgaben auf der Maschine laufen. Welche Funktionen davon betroffen sind, beschreibt der Beitrag zum sicheren Offline-Betrieb.

Wie wählt man Reinigungsroboter für sehr große Gebäude aus? Ein Leitfaden für Facility Manager

Vier Punkte, die über den Abdeckungsgrad entscheiden

Die Übergänge zwischen Zonen. Schwellen, Übergangsschienen und Türen an Zonengrenzen sind einzeln zu prüfen. Eine geschlossene Tür beendet den Einsatz an der Grenze. Der Beetle lässt sich über AutoPass in Schiebetore von Lagerhallen einbinden und durchfährt diese autonom.

Die Randstreifen in offenen Flächen. In großen Hallen ist der Randanteil prozentual klein, in absoluten Metern aber erheblich. Bei mehreren Kilometern Wandlänge summiert sich ein nicht gereinigter Randstreifen zu einer relevanten Fläche. Randreinigung ist in großen Objekten kein Detail, sondern eine Flächengröße.

Die Freiräumung. Belegte Flächen werden während des Einsatzes nicht gereinigt. In Lagerbereichen mit abgestellten Paletten sind Zuständigkeit und Zeitpunkt der Freiräumung festzulegen, sonst bleibt die Abdeckung dauerhaft unter dem geplanten Wert. Dies ist eine Frage der Arbeitsorganisation, nicht der Technik.

Die Funkabdeckung in den Randbereichen. Hallenmitten und Untergeschosse sind am schwächsten versorgt. Ein Test mit einem Mobilgerät dauert eine halbe Stunde und verhindert spätere Nachrüstungen.

Wie wählt man Reinigungsroboter für sehr große Gebäude aus? Ein Leitfaden für Facility Manager

Aufgabenteilung zwischen Maschine und Team

Die Maschinen übernehmen die zusammenhängenden Bodenflächen je Zone. Die Arbeitszeit des Reinigungsteams verlagert sich auf:

  • Detail- und Randreinigung in allen Zonen
  • Sanitär- und Sonderbereiche
  • Treppen, Rampen und Übergänge
  • Sofortmaßnahmen bei Verschmutzungen
  • Periodische Grundreinigung
  • Abnahme und Kontrolle über alle Zonen

In großen Objekten macht dieser Anteil in absoluten Stunden einen erheblichen Posten aus. Er gehört je Zone gesondert ausgewiesen und den freigesetzten Stunden gegenübergestellt.

Wie sich ein Zonenkonzept im Betrieb bewährt

Der tatsächliche Abdeckungsgrad zeigt sich erst im laufenden Einsatz, und zwar je Zone getrennt.

Zum tatsächlichen Reinigungszeitpunkt beurteilen. Zwischen der leergeräumten Fläche und dem Betriebszustand liegt in Lagerbereichen ein erheblicher Unterschied im befahrbaren Bereich.

Die Abdeckungsberichte je Zone vergleichen. Weicht eine Zone dauerhaft vom geplanten Wert ab, liegt die Ursache meist im Zuschnitt oder in der Belegung, nicht in der Maschine.

Die Zonengrenzen nachjustieren. Ein Zonenzuschnitt ist keine einmalige Festlegung. Verschieben sich Belegung oder Zeitfenster, gehört die Aufteilung überprüft.

Mit einer Zone beginnen. Die Zone mit dem höchsten Stundenaufwand und den einfachsten Bedingungen liefert die belastbarsten Erfahrungswerte für die weiteren Zonen.

Bei Fragen zur Zoneneinteilung oder zur Modellzuordnung in einem konkreten Objekt steht Gausium für eine Beratung zur Verfügung.

Häufige Fragen zu Reinigungsrobotern in sehr großen Gebäuden

Q1: Lässt sich ein großes Objekt mit einem einzigen Modell abdecken?

In der Regel nicht. Große Objekte bestehen aus mehreren Flächentypen mit unterschiedlichen Belägen, Strukturen und Zeitfenstern. Üblich ist eine Zoneneinteilung mit jeweils passender Maschinenklasse.

Q2: Nach welchen Merkmalen werden Zonen abgegrenzt?

Nach Bodenbelag und Verschmutzungsart, nach Struktur und Durchfahrbarkeit, nach Frequenz und verfügbarem Zeitfenster sowie nach Umgebungsbedingungen wie Licht, Funkabdeckung und Mischverkehr.

Q3: Welches Modell eignet sich für Terminals und Eingangshallen?

Der Omnie ist für Umgebungen mit hoher Dynamik ausgelegt, unter anderem für Flughäfen und U-Bahn-Stationen, und arbeitet mit 360°-Wahrnehmung in gemischtem Verkehr.

Q4: Wie werden mehrere Etagen abgedeckt?

Der Phantas kann Aufzüge autonom nutzen und Etagen selbstständig wechseln. Bei Modellen ohne Aufzugsanbindung sind Karten je Ebene mit manuellem Umsetzen oder eine Maschine je Ebene üblich; Zuständigkeit und Zeitfenster für das Umsetzen gehören dann in die Konzeptphase.

Q5: Wo werden die Stationen platziert?

Leitungsgebundene Arbeitsstationen benötigen Strom, Frischwasser und Abwasseranschluss und sind damit ortsgebunden. Die vorhandenen Anschlusspunkte sollten vor der Zuordnung von Maschinen zu Zonen im Grundriss markiert werden.

Q6: Wie lässt sich der Einsatz über mehrere Zonen steuern?

Über die Gausium Cloudplattform laufen Aufgabenplanung, Fernsteuerung und Auswertung an einer Stelle zusammen. Navigation und die Ausführung eingerichteter Aufgaben bleiben von der Verbindung unabhängig.

Quellen

  1. DIN EN IEC 63327 (VDE 0700-327) – Automatische Bodenbehandlungsmaschinen für den gewerblichen Gebrauch, veröffentlicht im VDE VERLAG.
  2. ASR A1.5 „Fußböden“ – Technische Regel für Arbeitsstätten zur Trittsicherheit und Rutschhemmung, herausgegeben von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.